DIY Seife | Schritt für Schritt


Vielleicht benutzt du schon seit längerem oder erst seit kurzem feste Seife oder festes Shampoo, weil es dir so wie mir ein Anliegen ist, deinen Plastikmüll zu reduzieren. Ich will dir mit diesem kleinen Guide den Anstoß dazu geben, doch mal deine eigene Seife herzustellen, und dir das nötige Wissen vermitteln, das du dazu brauchst. Eigentlich ist es nämlich gar nicht schwierig oder kompliziert, Seife selbst zu machen. Die Utensilien, die du dazu brauchst, hast du meist eh daheim, und bei den Inhaltsstoffen hast du die Wahl. Du musst ein paar Dinge beachten, dann kann eigentlich nichts schief gehen. Was ich am Seifenmachen so toll finde, ist, dass ich die Inhaltsstoffe genau auf die Bedürfnisse meiner Haut und Haare abstimmen kann. Außerdem gibt es einige meiner liebsten Düfte und Duftkombinationen in keinem Laden zu kaufen. Aber egal wie simpel oder extravagant deine Seife wird, es macht einfach Spass und ist spannend zu sehen, wie aus ein paar Zutaten eine feste Seife entsteht und du wirst unheimlich stolz auf dich sein, wenn du dich mit deiner ersten eigenen Seife wäscht oder sie verschenkst. 

Im folgenden Video führe ich dich durch alle Schritte und du siehst, wie ich meine Seifen mache. Wenn du lieber lesen willst – weiter unten sind alle Schritte noch einmal genauer erklärt.

Schritt 1

Arbeitsfläche herrichten


Als erstes bereitest du deine Arbeitsfläche in der Küche so vor, dass alles da ist, was du brauchst, und nichts im Weg steht. Sie sollte frei sein von nicht abgedecktem Essen und Getränken in Gläsern und Tassen. Für die Seifenherstellung benötigst du:

  • Gummihandschuhe, eine Schutzbrille und evtl. einen Atemschutz
  • einen mittelgroßen bis großen Topf aus Stahl, je nach Menge der Zutaten
  • zwei Messbecher oder einen Messbecher und eine kleinere Schüssel
  • Esslöffel, Pürierstab und einen Teigschaber
  • eine Seifenform (ich empfehle eine aus Silikon, entweder für 6 Einzelseifen oder eine große für Seife am Stück)
  • Frischhaltefolie und evtl. ein Handtuch
  • falls du färbende Pigmente und/oder ätherische Öle verwendest, eine kleine Schüssel
  • eine digitale Küchenwaage 
  • ein Thermometer
  • die festen Fette, Öle und evtl. ätherischen Öle und färbenden Pigmente, die du verwendest
  • Natriumhydroxid
  • destilliertes Wasser oder eine andere kalte Flüssigkeit, die du verwendest

Schritt 2

Lauge anrühren


Wenn du alles hergerichtet hast, ziehst du Gummihandschuhe, Schutzbrille und evtl. Atemschutz an und begibst dich mit Messbecher, Esslöffel, digitaler Küchenwaage, Natriumhydroxid und destilliertem Wasser an einen gut durchlüfteten Ort, z.B. auf die Terrasse/auf den Balkon oder an ein offenes Fenster. Du stellst den Messbecher auf die Waage, schaltest sie an (der Zähler sollte auf 0 stehen) und wiegst soviel Wasser ab, wie in dem Rezept angegeben ist. Dann stellst du den Zähler wieder auf 0 und lässt langsam und vorsichtig das Natriumhydroxid in das Wasser rieseln, bis die gewünschte Menge erreicht ist. Arbeite hier ganz genau, die richtigen Mengen sind für das Gelingen und die Qualität der Seife sehr wichtig. Nun kannst du den Messbecher von der Waage nehmen und rührst mit dem Esslöffel so lange, bis sich das Natriumhydroxid vollständig im Wasser aufgelöst hat. Das Wasser wird sehr heiß und ist anfangs trüb, wird nach kurzer Zeit aber wieder klar. Es ist wirklich wichtig, dass du rührst, bis keine Natriumhydroxidkristalle mehr zu sehen sind, da sie sich in der Seifenmischung später nicht mehr lösen und die Seife unbrauchbar machen würden. Versuche, während dem Abmessen und Anrühren der Lauge dein Gesicht möglichst weit weg zu haben, um keine giftigen Dämpfe einzuatmen. Lasse die Lauge dann auf ca. 40-45 Grad abkühlen, am besten im Freien oder im Spülbecken, damit eventuelle Spritzer keinen Schaden anrichten können. Keine Angst, das sind alles Vorsichtsmaßnahmen, normalerweise passiert bei diesem Schritt wirklich nichts. Jetzt kannst du Handschuhe, Schutzbrille und evtl. Atemschutz wieder ausziehen.


Schritt 3

Fett/Ölmischung herstellen


Während die Lauge abkühlt, misst du die festen Fette ab und lässt sie in dem Topf bei geringer bis mittlerer Hitze schmelzen. Zu große Hitze würde wertvolle Fettsäuren zerstören. Sobald sich alles aufgelöst hat, ziehst du den Topf vom Herd. Nun misst du in dem zweiten Messbecher oder der kleineren Schüssel die Öle ab. Falls du färbende Pigmente benutzt, rühre diese in der kleinen Schüssel in 2 EL der Ölmischung an und stelle sie beiseite. Falls du ätherische Öle verwendest, vermische diese ebenfalls mit der Öl/Pigmentmischung. Das restliche Öl gießt du zu den geschmolzenen Fetten in den Topf, verrührst alles und lässt die Fett/Ölmischung ebenfalls auf 40-45 Grad abkühlen. 


Schritt 4

Fett/Ölmischung und Lauge verrühren


Nun ziehst du Gummihandschuhe und Schutzbrille wieder an, tauchst den Pürierstab in die Öle und klopfst damit ein paar mal auf den Boden des Topfes, um Luftblasen zu lösen. Als nächstes gießt du langsam und vorsichtig die Lauge in den Topf zu den Ölen und schaltest den Pürierstab ein. Bewege ihn langsam auf dem Boden des Topfes hin und her. Pass dabei auf, dass die Flüssigkeit nicht aus dem Topf spritzt. Du wirst sofort merken, wie sich Öle und Lauge verbinden, indem eine trübe Flüssigkeit entsteht. Schalte den Pürierstab immer wieder an und aus und rühre die Mischung, bis sie dir leicht cremig erscheint. Falls du Pigmente und ätherische Öle benutzt, gieße sie jetzt in den Topf und rühre weiter mit dem Pürierstab, bis sich alles gut vermischt hat und die Mischung die Konsistenz einer Cremesuppe hat. Wenn du den Pürierstab aus der Mischung nimmst, sollten Schlieren an der Oberfläche erkennbar sein. Klopfe den Pürierstab ab und lege ihn ins Spülbecken. Du kannst die Schutzbrille ausziehen.


Schritt 5

Seifenmischung abfüllen 


Gieße die Seifenmischung in die Seifenform(en) und nutze den Teigschaber, um möglichst viel aus dem Topf zu schaben. Anschließend klopfst du mit der Form ein paar mal auf die Arbeitsfläche, um Luftbläschen, die sich eventuell noch in der Seifenmischung befinden, frei zu setzen. Nun schlägst du die Seifenform mit Frischhaltefolie ein, wickelst sie, falls im Rezept angegeben, in das Handtuch und stellst sie an einen Ort, wo weder Kinder noch Haustiere hinkommen.


Schritt 6

Arbeitsplatz aufräumen


Wasche alle Utensilien, die du verwendet hast, mit reichlich Spülmittel ab und wische die Arbeitsfläche gründlich ab. 


Schritt 7

Wie es mit der Seife weitergeht


Nach frühestens 24 Stunden oder wenn sich die Seifenform nicht mehr warm anfühlt, kannst du die Seife aus der Form lösen und sie, falls du eine große Form verwendet hast, in Stücke schneiden. Die Einzelstücke legst du an einen Ort, wo du sie 4 bis 6 Wochen ungestört liegen lassen kannst. Ich lege sie meist auf ein Geschirrhandtuch oder auf Papier in eine Schublade oder ein Regalfach. In dieser Zeit wird der Verseifungsprozess abgeschlossen, die Seife wird milder und das überschüssige Wasser verdampft, wodurch die Seife fester wird. Dadurch hast du länger was von ihr. Du kannst sie auch vorher schon verwenden, allerdings empfehle ich, wirklich mindestens 4 Wochen zu warten und geduldig zu sein, auch wenn man die Seife am liebsten sofort testen würde.


Das war’s, viel Spaß und gutes Gelingen. Und wenn du jetzt Blut geleckt hast – über unseren Newsletter bekommst du meine drei Seifen-Lieblingsrezepte. Melde dich am besten gleich an.

5 Comments

  • martina
    2 Monaten ago

    jetzt ist es passiert: hab immer mit dem gedanken gespielt, aber jetzt MUSS ich das ausprobieren. danke für das rezept und die anleitung!

  • Timon Beutel
    3 Monaten ago

    Hallo Carolina,

    sorry, hat ein bisschen gedauert. Jetzt sind die Rezepte aber da, du findest sie unter folgendem Link: https://cuddling-carrots.de/die-zwei-besten-seifenrezepte-fuer-anfaenger/
    Viel Spaß beim Seife machen!

  • Carolina
    3 Monaten ago

    Hallo Ihr lieben würde sehr gerne eure Seife machen aber wo ist den das genau Rezept finde hier nur die Anleitung

  • Laura
    4 Monaten ago

    Liebe Alina, freut uns sehr, dass dir unsere Anleitung gefällt. Ich selbst habe bisher nur mit Silikonformen gearbeitet, deshalb kann ich deine Frage leider nicht aus eigener Erfahrung beantworten. Aber ich denke, es sollte kein Problem sein. Du kannst durch die Reduzierung der Wassermenge um 10-15 % dafür sorgen, dass die Seife schneller hart wird und sie auch ins Gefrierfach stellen, falls sie sich nach 24 Stunden nicht aus der Form lösen lässt. Auf jeden Fall musst du die Seifenformen während des Verseifungsprozesses gut isolieren (in Handtücher einwickeln). Wenn du ganz sicher gehen willst, kannst du die Förmchen auch mit Frischhaltefolie auskleiden.

  • Alina
    5 Monaten ago

    Super tolle Anleitung, vielen Dank. Ich habe überlegt dass sich in den Sandförmchen der Kinder auch ganz hübsche Seifen formen lassen würden, allerdings sind die ja aus Hartplastik. Meinst du man bekommt die Seifen aus den Förmchen hinaus?

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